Papierbecher: Eine Erfolgsgeschichte für nachhaltige Verpackungen?
24. September 2026
Brasilien / Latein Amerika: Wenn Sie mit Ihrem morgendlichen Getränk das Café verlassen, wirkt der Papierbecher in Ihrer Hand wie eine der unscheinbarsten Verpackungslösungen überhaupt. Tatsächlich ist er jedoch alles andere als simpel. Für die Hersteller handelt es sich um eine anspruchsvolle Anwendung: Der Becher muss heißen und kalten Flüssigkeiten standhalten, Feuchtigkeit und Kondenswasser widerstehen und sich sicher handhaben lassen, ohne auszulaufen oder aufzuweichen. Gleichzeitig müssen die Anforderungen an den Lebensmittelkontakt erfüllt werden. Darüber hinaus muss der Becher den mechanischen Belastungen während der Verarbeitung und Abfüllung standhalten und dabei die sich stetig weiterentwickelnden regulatorischen Vorgaben erfüllen, wie etwa die brasilianische Política Nacional de Resíduos Sólidos (PNRS).
Der Karton verleiht dem Becher Stabilität, Bedruckbarkeit und seine charakteristische, faserbasierte Optik. Um jedoch die erforderlichen Funktionseigenschaften zu gewährleisten, ist eine wirksame Barriere notwendig, die das Eindringen von Flüssigkeiten in das Substrat verhindert. Traditionell wird dies durch die Kombination von Papier mit einer Polymerschicht, meist auf Basis von Polyethylen (PE), erreicht. Diese Lösung ist zwar leistungsfähig, bringt jedoch häufig produktionstechnische Nachteile mit sich: PE-laminierter Karton wird in der Regel bereits beschichtet angeliefert. Dadurch sind Verarbeiter an festgelegte Spezifikationen gebunden und müssen längere Lieferzeiten sowie höhere Lagerkosten in Kauf nehmen.
PE-Barrieren verkomplizieren zudem den Materialaufbau und erschweren somit das Recycling am Ende des Produktlebenszyklus. Für den wachsenden Außer-Haus-Markt in Brasilien gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung, da Markenartikler, Verarbeiter und Verbraucher nach Möglichkeiten suchen, die Umweltauswirkungen von Einwegverpackungen zu reduzieren. Obwohl papierbasierte Becher mit Kunststoffbeschichtung von den strengen Sanktionen ausgenommen sind, die für Kunststoffbecher gelten, werden sie aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit spezialisierter Recyclinganlagen häufig deponiert. Umweltbewusste Verarbeiter und Markeninhaber suchen daher nach neuen Wegen, faserbasierte Becher in die Kreislaufwirtschaft zu integrieren, ohne dabei Kompromisse bei der Leistungsfähigkeit oder der Produktionseffizienz eingehen zu müssen.
Die Barriere neu denken
Der globale Spezialchemiehersteller ACTEGA hat mit ACTGreen® Barrier Coatings eine alternative Lösung entwickelt. ACTGreen® Barrier Coatings wurden speziell für Papier- und Kartonanwendungen konzipiert, bei denen eine Barrierewirkung gegen Wasser, Wasserdampf, Öle und weitere Substanzen erforderlich ist. Wichtig ist, dass es sich bei diesen Beschichtungen um ein in Wasser dispergiertes Polymer handelt: Nach dem Auftragen verdunstet das Wasser, und das Polymer bildet einen funktionalen Barrierefilm. So erhalten Verarbeiter die benötigte Leistungsfähigkeit, ohne dass dafür eine Kunststoffschicht erforderlich ist.
ACTGreen® Barrier Coatings wurden entwickelt, um PE-laminierte Kartonqualitäten zu ersetzen und dabei eine vergleichbare Leistungsfähigkeit zu bieten. Gleichzeitig können damit rezyklierbare Anteile von über 95 % erreicht werden. Wie Indaiá Pasotti Sanchez, Technical Sales Executive Barrier Coatings, Paper & Board LATAM bei ACTEGA, erläutert: „ACTGreen® Barrier Coatings ermöglichen es, PE-laminierte Materialien zu ersetzen und gleichzeitig die hohe Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit bereitzustellen, die für eine nächste Generation faserbasierter Verpackungen erforderlich sind. Unterstützt durch die technische Expertise von ACTEGA und eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit helfen unsere Lösungen Kunden dabei, den Übergang zu nachhaltigeren Verpackungen zu vollziehen, ohne Kompromisse bei der industriellen Effizienz einzugehen.“
Für Recyclingfähigkeit und industrielle Leistungsfähigkeit entwickelt
Doch was macht eine Becherbeschichtung tatsächlich recyclingfähig, sobald sie in den Recyclingkreislauf gelangt? Die Antwort liegt im Aufschlussprozess der Papierfasern, dem sogenannten Repulping. Genau hier unterscheiden sich Lösungen wie ACTGreen® Barrier Coatings von herkömmlichen Alternativen.
Um zu verstehen, warum das so ist, lohnt sich ein Blick auf die Abläufe in einer Recyclinganlage. „Nach dem Gebrauch werden die Becher zusammen mit dem üblichen Papier und Karton dem Recycling zugeführt. Gelangt der Becher in den Pulper, kann das Wasser die Wasserstoffbrückenbindungen der Fasern leicht aufbrechen, da ACTGreen® Barrier Coatings keinen dicken und festen Film bildet. Das ist für den Zerfaserungsprozess im Pulper von entscheidender Bedeutung“, erklärt Oliver Kalmes, Global Head of Barrier Paper & Board bei ACTEGA. „Anstatt den Prozess zu verunreinigen und zu verlangsamen, zersetzt sich die Polymerbarriere ebenfalls und wird entweder abgetrennt oder folgt den Fasern und Füllstoffen, sodass das Material auf der Papiermaschine eine neue Papierbahn bilden kann. ACTGreen® Barrier Coatings tragen dazu bei, dass herkömmliche Recyclingsysteme genutzt und die wertvollen Fasern zurückgewonnen werden können.“
Dies eröffnet Brasilien erhebliche Chancen. Während das Land seine Sammel- und Recyclinginfrastruktur für Papierbecher kontinuierlich ausbaut und weiterentwickelt, erleichtert eine Beschichtung, die gezielt auf eine gute Repulpierbarkeit ausgelegt ist, Recyclingkooperativen die sichere Zuführung dieser Produkte in den Recyclingkreislauf. Durch die Reduzierung der Komplexität im Sortierprozess ermöglichen ACTGreen® Barrier Coatings, dass faserbasierte Becher wieder Teil der Kreislaufwirtschaft werden. Gleichzeitig unterstützen sie Brasiliens zunehmendes Engagement für eine nachhaltige Materialwirtschaft.
Für Verarbeitende ist die Recyclingfähigkeit jedoch nur ein Teil der Gesamtgleichung. Um konventionell PE-laminierte Materialien zu ersetzen, muss eine Barrierebeschichtung auch unter industriellen Produktionsbedingungen zuverlässig funktionieren. ACTGreen® Barrier Coatings wurden entwickelt, um diese Anforderungen zu erfüllen. Sie vereinen eine hohe Barriereleistung mit Eignung für den Lebensmittelkontakt, Beständigkeit gegenüber Hitze und Feuchtigkeit sowie dem für moderne Hochgeschwindigkeits-Verarbeitungslinien erforderlichen, zuverlässigen Heißsiegelfenster. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, Produktionsprozesse zu vereinfachen, indem sie die Abhängigkeit von vorlaminierten Kartonqualitäten, langen Lieferzeiten und hohen Lagerbeständen reduzieren.
Dank ihrer Kompatibilität mit etablierten Druck- und Verarbeitungsprozessen unterstützen sie ein flexibleres und effizienteres Produktionsmodell und ermöglichen zugleich, faserbasierte Becher von Anfang an recyclinggerecht zu gestalten.
Letztlich zeigt der Papierbecher, wie selbst ein alltägliches Verpackungsformat zur Plattform für bedeutende Innovationen werden kann. Seine Zukunft wird nicht allein durch die Faser bestimmt, sondern durch die Technologien, die papierbasierte Verpackungen in die Lage versetzen, zuverlässig zu funktionieren, sich an veränderte regulatorische und marktseitige Anforderungen anzupassen und sich effizienter in bestehende Recyclingströme zu integrieren. Genau hier können moderne Barrierebeschichtungen eine entscheidende Rolle spielen. Indem sie Funktionalität, Prozesseffizienz und Recyclingfähigkeit in einem Ansatz vereinen, tragen Lösungen wie ACTGreen® Barrier Coatings dazu bei, einen alltäglichen Becher zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür zu machen, was faserbasierte Verpackungen der nächsten Generation leisten können.
Erfahren Sie, wie ACTGreen® Barrierelacke Funktionalität, Prozesseffizienz und Recyclingfähigkeit vereinen, um nachhaltigere Verpackungslösungen zu ermöglichen. Erfahren Sie mehr über das ACTGreen® Barriereportfolio.